Mein Logbuch-Eintrag: Erste Wanderfahrt auf dem Neckar

9. Mai 2026 - 9. Mai 2026

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Am 9. Mai 2026 war es endlich so weit: meine erste Wanderfahrt als Anfängerin stand an. Das Besondere daran war, dass wir uns in dieser fünfköpfigen Konstellation weder alle kannten noch zusammen im Boot gesessen hatten. Ein echtes Abenteuer auf neuem Terrain.

Die Anreise: Vorfreude auf Schienen. Für vier von uns begann die Reise bereits am Bahnhof in Karlsruhe. Die gemeinsame Zugfahrt nach Ebersbach bot die perfekte Gelegenheit, uns abseits des Stegs kennenzulernen, einzustimmen und die Vorfreude steigen zu lassen. In Ebersbach angekommen, trafen wir am Bootshaus der RG Ebersbach auf unseren fünften Mann, in dem Fall Frau.

Das Vereinsgelände verströmte sofort eine ganz besondere Aura. Direkt nebenan liegt die legendäre Bootswerft Empacher. Der Blick auf die Werkstätten, in denen die weltberühmten neongelben Rennboote gebaut werden, spornte mich persönlich mächtig ein. Mit diesem Hauch von internationalem Spitzensport im Rücken war unsere Mannschaft komplett, die Stimmung hervorragend, das Wetter traumhaft und der Neckar wartete bereits auf uns.

Nach dem gemeinsamen Aufriggern und der Bootseinteilung legten wir ab. Für eine Mannschaft, die so zum ersten Mal zusammen ruderte, fanden wir schnell in einen gemeinsamen Rhythmus. Unser Weg führte uns flussaufwärts und wir erreichten nach wenigen Kilometern die Schleuse Rockenau. Hier machten wir gezwungenermaßen unsere erste Rast auf dem Wasser und gewährten den Großen die Vorfahrt. Das Einfahren in die riesige Schleusenkammer und das Aufschleusen erforderten Konzentration, klappte dank klarer Kommandos aber absolut reibungslos.

Poesie auf den Wellen und ein fliegender Wechsel. Hinter der Schleuse zeigte sich der Neckar von seiner kurvigen und romantischen Seite. Wir hatten echtes Glück mit der Tierwelt: Ruhende Schwäne neben uns und unzählige Greifvögel über den bewaldeten Hängen. Das optische Highlight folgte als die imposante Zwingenburg hoch über uns auftauchte. Nach 15 km erreichten wir unseren Wendepunkt und machten eine wohlverdiente Pause am Steg. Auf dem Rückweg bekam auch ich die Chance Steuerfrau zu sein, um ein Gefühl für die Steuerung des Bootes zu bekommen und war einfach nur fasziniert vom Rhythmus der Mannschaft und der traumhaften Kulisse des Neckartals. Mit höchster Vorsicht und Konzentration gelang uns der Steuermannswechsel auf dem Wasser sicher und gekonnt. Zum krönenden Abschluss der letzten Kilometer trug die letzte Steuerfrau noch ein schönes und passendes Gedicht vor. Nach der erneuten Passage der Schleuse legten wir am Nachmittag glücklich und wohlauf bei der RG Ebersbach an.

Mein Fazit: Fünf tolle Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, die vorher nie zusammen in einem Boot gesessen sind, ein tolles neues Revier mit geschichtsträchtiger Werft-Aura, Natur pur und ein Hauch von Poesie. Diese Wanderfahrt war ein voller Erfolg und mich hat das Ruderfieber jetzt so richtig erwischt.

Artikel vom: 3. Juni 2026