Nach über 10 Jahren WaFa nach Luzern, all die Jahre Gastfreundschaft an beiden Enden des Vierwaldstättersees, nach See-Wetter in allen Varianten, nach einem Auffahrunfall, nach unzähligen kleinen Improvisationen, mit einer ausgefeilten Packliste, da müsste doch alles Routine sein, oder? Irgendwie dann doch nicht ;) Durch den sehr niedrigen Rheinpegel war es dieses Jahr nicht möglich, die Slipbahn im Karlsruher Rheinhafen zu nutzen. Aber irgendwie sollte doch das Kirchboot auf den Anhänger, also musste eine andere Slipstelle gefunden werden. Nach etwas Recherche, Scouting vor Ort und mit einer kräftigen Mannschaft wurde erfolgreich am Pionierhafen wenige Kilometer rheinabwärts geslippt. Die Slipbahn war knapp, der Anhänger steckte vermutlich leicht im Sand und hing kurz am Ende der Slipbahn fest. Aber mit etwas Nachhilfe durch die tatkräftige Mannschaft kam das Kirchboot dann doch heil aus dem Wasser – Fahrtenleiter Johannes fiel ein Stein vom Herzen.
Da sich über die Jahre schöne Freundschaften nach Luzern, Flüelen und Bad Säckingen entwickelt hatten, waren diesmal 6 Teilnehmer von dort dabei, zusätzlich 2 Exil-Wikinger, sodass letztlich 9 WikingerInnen aus Karlsruhe anreisen sollten. In einem Stadtmobilbus eventuell eng, in zwei Bussen aber sehr luftig. Nach einigem Hin und Her war zwar die Entscheidung für die Nutzung eines Stadtmobilbus gefallen, aber Dieter, Dieter und Bernd ließen sich die separate Anreise in der (nach eigener Aussage AH-gerechten) Stadtmobil-Kutsche nach Luzern nicht nehmen.
Ab hier verlief die WaFa wieder angenehm routiniert: Clemi als Luzerner Kontaktmann begrüßte uns herzlich, die Mannschaft riggerte und slippte fleißig, abends tolles Grillen (Elektrogrill, da offenes Feuer aufgrund Trockenheit verboten) mit leckerem Essen organisiert durch Linda und Christina (auch mit „echtem“ Fleisch, wie es einzelnen Teilnehmern sehr wichtig war). Übernachtung wieder im LuMa-Lager bei Clemi, Pilgerwanderung zum Verein, freudiges Wiedersehen mit Paul (Luzern), Thomas (Flüelen), Anke, Nicola (Säckingen) und pünktliches Ablegen in den strahlenden Sonnenschein. Clemis Vorschlag, den Sonnenaufgang morgens um 06:00 auf dem Wasser zu beobachten, wurde ausgeschlagen, aber in der Mittagshitze eventuell leicht bereut ;) Im Laufe der Tour wurde die Zurrtechnik zum Festmachen des Kirchboots beim Anlegen optimiert und auch das Ein-/Aussteigen der Mannschaft verlief immer souveräner. Neu war der kleine Zwischenstopp an der Beachbar in Isletten im Endspurt auf Flüelen. Eine willkommene Erfrischung in der Augusthitze. Ebenfalls neu: Übernachtung im Berggasthaus Eggberge. richtige Betten statt LuMa, Abendessen à la carte statt Küchendienst, Frühstücksbuffet - sehr komfortabel. Sonntags dann überraschend ideales Timing: Statt einen neuen Badestopp zu testen, bestand die Mannschaft darauf, direkt nach Luzern durch zu rudern. Kurz darauf begann eine (einsame) Leuchte zu blinken, um vor aufziehendem Sturm zu warnen und auch die Wasserpolizei wies uns freundlich darauf hin. (Unsere Schweizerdeutsch-Sprecher vertuschten unsere fremdländische Herkunft). Wir erreichten den RC Reuss noch trockenen, luden aus und konnten die einsetzenden Windböen und Regenschauer im Bootshaus abwettern. Danach spulte die Mannschaft das Slip- und Abrigger-Programm trainiert ab, die Heimfahrt verlief angenehm ereignisarm und in bester Stimmung nach Karlsruhe.
Alles Routine? Nicht ganz, irgendwas ist schließlich immer und Optimierungen gibt es auch immer. Trotzdem war es wieder eine tolle Ausfahrt, mit toller Mannschaft, toller Gastfreundschaft und toller Landschaft!