Unsere Zehn – Ein Wochenende im Takt von Adams Acht

5. September 2026 - 6. September 2026

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„Wo man herkommt, ist belanglos – wichtig ist, wo man hinwill.“
Dieser Satz von Karl Adam hing irgendwie über allem. Vielleicht, weil wir ihn im Gepäck hatten. Vielleicht, weil er passte. Zu uns zehn. Zu diesem Wochenende. Zu dem, was Rudern manchmal ist: ein Ziel, ein Rhythmus, ein bisschen Überwindung – und am Ende mehr, als man vorherahnt.

 

Vier Jahre bin ich jetzt bei den Wikingern. Drei Wanderfahrten habe ich schon hinter mir – 2mal Mirow an der Mecklenburger Seenplatte, 1mal Bodensee Radolfzell.
Dieses Mal: das volle Programm. Bootshaus. Isomatte. Schlafsack. Gemeinschaft. Ein kleines Abenteuer, zumindest für mich. Das letzte Zeltlager? Ewig her. Also: Auf nach Überlingen, zum Ruderclub Bodan. Mit Bernd Attner als Organisator, acht weiteren Mitstreitern und mir. Let the adventure begin…

 

Und dann dieser erste Moment vor Ort: Der See. Dieser Blick. Dieses Gefühl von „Hier passt alles“. Schnell war klar: Das wird gut. Gepäck ablegen, Schlafplätze sichern, Boote einteilen, Wetter checken – denn der Bodensee kann schnell umschlagen. Dann raus aufs Wasser.

 

Die erste Route führte uns rüber nach Dingelsdorf, vorbei am Teufelstisch, an der Marienschlucht entlang bis nach Bodman zum Haus Greth. Ein Stück Nostalgie für einige. Für mich vor allem eines: dieses Geräusch. Wenn das Boot läuft. Dieses leise Plätschern, Schmatzen. Gleichmäßig, ruhig, fast meditativ. Gänsehaut pur.

 

Weiter Richtung Sipplingen. Anlanden, aussteigen – und ja, ohne Wasserschuhe braucht‘s Mut. Einkehr. Stärkung. Und dann: Wetterwechsel. Ganz typisch Bodensee. Am Samstag, war‘s mild, um die 22 Grad, aber mit wechselnder Bewölkung – und genauso kam‘s. Ein paar Tropfen, eine frische Brise. Wir legten eine halbe Stunde länger Pause ein als geplant und bekamen dafür ein Farbenspiel auf dem Wasser, das kaum zu beschreiben ist: Türkis, dunkelblau, silbrig – fast surreal. Karibikfeeling. Kein Witz.

 

Zurück zum Bootshaus. Boote raus aus dem Wasser, reinigen, verstauen – auch das gehört dazu. Dann: Duschen, umziehen, ab in die Stadt. Überlingen – voll, lebendig, pittoresk. Mediterrane Anmutung. Perfektes Wetter zum Flanieren. Der Hunger groß, der Tisch reserviert, direkt an der Promenade mit Seeblick – danke, Bernd. Ein langer Abend, gutes Essen, viele Gespräche.

 

Und später, zurück am Bootshaus: Ab aufs Bänkle wieder mit Blick auf den See. Kühle Getränke. Sternenhimmel. Diese besondere Ruhe nach einem langen Tag. Gespräche, Erinnerungen, neue Geschichten. Und dann – wirklich – eine Sternschnuppe. Ein kurzer Moment, der hängen bleibt. Ich glaube, wir alle haben uns etwas gewünscht.

 

Geschlafen? Erstaunlich gut. Auch Oropax sei Dank. [Anzeige Werbung] 😉

 

Tag zwei. Sonne. Klarer Himmel. Spätsommer pur. Aufwachen mit Sunrays im Gesicht. Kurz vor dem Frühstück, ein paar kleine „Action-Details“, die wir lieber für uns behalten – aber alles gut gegangen. Zwinker.

 

Neue Bootseinteilung, gleiche Abläufe – und wieder raus. Diesmal gen Süden. Vorbei an Nußdorf, Birnau. Weiter Richtung Unteruhldingen, den Pfahlbauten, Meersburg. Der See ruhig bis ziemlich wellig, die Sonne präsent, das Wasser glitzernd. Es lief. Einfach so.

Ziel war aus dem Bauch heraus: der Biergarten Rebgut Haltnau. Und was soll ich sagen – Volltreffer. Live-Musik, entspannte Stimmung, gutes Essen, faire Preise. So ein Ort, an dem man länger verweilt, als man geplant hat. Und genau das war richtig.

 

Der Rückweg: derselbe – aber anders. Weil man alles schon einmal gesehen hat und es trotzdem neu wirkt. Vielleicht, weil man jetzt wirklich drin ist im Moment.

 

Zurück am Bootshaus: das gewohnte Ritual. Boote raus, sauber machen, verstauen. Und dann – der perfekte Abschluss: ein Sprung in den See. Erfrischend, klar, genau richtig. Ein letzter Moment, der bleibt.

Dann packen. Abschied. Ein bisschen Wehmut. Und gleichzeitig dieses Gefühl von: Das war richtig gut. Die Herzen voll, die Akkus geladen.

Was bleibt? Mehr als nur Sport. Viel mehr. Zusammenhalt. Unterschiedliche Menschen, die fast im gleichen Takt unterwegs sind. Gespräche, die sonst keinen Platz hätten. Nähe, die entsteht, ohne dass man sie plant.

Und immer wieder dieses Gefühl: Ich will das nochmal.

Unbedingt.

 

PS: Ein großes Merci an Bernd und alle der unseren Zehn.

Artikel vom: 7. September 2026